Trotz Corona: Erste Hilfe-Tipps für die Zweiradsaison

Was hier im Rahmen einer Veranstaltung der Malteser nur gestellt ist, passiert vor allem bei schönem Wetter täglich: Fahrer*innen von Zweirädern – mit und ohne Motor – verunglücken und sind auf Hilfe angewiesen.
Was hier im Rahmen einer Veranstaltung der Malteser nur gestellt ist, passiert vor allem bei schönem Wetter täglich: Fahrer*innen von Zweirädern – mit und ohne Motor – verunglücken und sind auf Hilfe angewiesen.

Auch die Corona-Pandemie ändert nichts daran, dass wir alle zur Ersten Hilfe verpflichtet sind. Sonst machen wir uns strafbar. Die bewährte Devise „Hinsehen, Handeln, Hilfe holen“ gilt nach wie vor.  „Das heißt: Anhalten und nach der Absicherung der Unfallstelle den Rettungsdienst verständigen. Und wenn notwendig, weitere Helfer aufmerksam machen!“ erläutert Jürgen Briegel, Referent Ausbildung und Erste-Hilfe-Ausbilder der Malteser in der Diözese Limburg.

Natürlich sollten wir darauf achten, weder uns noch Unfallopfer unnötig der Ansteckungsgefahr auszusetzen. Niemand muss sich selbst in Gefahr bringen. Aber einen Notruf abzusetzen ist das Mindeste, was jeder tun muss.

Beim direkten Kontakt zum Unfallopfer sollte der Ersthelfer auf jeden Fall – sofern verfügbar - Einmalhandschuhe und Mundschutz verwenden. Briegel: „Überprüfen Sie Bewusstsein und Atmung durch Ansprechen und Beobachten; falls die Atmung nicht vorhanden ist, legen Sie eine luftdurchlässige Stoffschicht zwischen sich und den Patienten, zum Beispiel ein T-Shirt, um für sich selbst das Risiko einer Infektion zu minimieren, und führen Sie anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch. “ Nach jeder Erste-Hilfe-Maßnahme soll sich der Helfer unverzüglich die Hände desinfizieren. „Wer selbst zur Risikogruppe gehört, sollte den Notruf absetzen und möglichst andere Personen auffordern und anleiten, zu helfen“, sagt der Ausbilder der Malteser.

Eins ist ihm noch wichtig: „Wenn Motorradfahrer verunglücken und nicht bei Bewusstsein sind, müssen Ersthelfer ihm immer der Helm abnehmen.“ Nur so könne verhindert werden, dass er an Erbrochenem ersticke.

Briegel empfiehlt, den Helm am besten zu zweit abzunehmen. „Zuerst öffnet man das Visier, den Kopf hält man leicht fest, damit er nicht zur Seite knickt.“ Der Helm wird dann unter Zug gerade nach oben abgezogen. Wenn der Helm einmal runter ist, könne man den Betroffenen sachgerecht lagern. „Wenn der Kradfahrer noch atmet, wird er in die Seitenlage gelegt. Falls keine Atmung mehr vorhanden ist, wird die Wiederbelebung durchgeführt.“ Ersthelfer sollen sich bei bewusstlosen Motorradfahrern an den Helm `ran trauen und müssten keine Angst haben, etwas falsch zu machen. „Man kann nur etwas falsch machen, wenn man nichts macht“, sagt Briegel.

Die Malteser raten, alle zwei Jahre die Erste Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Wegen der Pandemie sind die Kurse derzeit ausgesetzt - informieren kann man sich bereits heute unter www.malteser-kurse.de.